Ein Stück deutsche Geschichte

War heute mit meiner Frau bei F-Friend und seiner MUM eingeladen, anläßlich des ersten Todestages von F-Friends Vater. Sein Name war K. und er ist vor einem Jahr an Krebs gestorben.

Ich kannte K. nicht besonders gut, aber ich bin der Firmpate von F-Friend und auch mit F-Friends MUM (L.) verbindet meine Frau und mich seit dem Tod von K. einiges.

Zum Kaffetrinken waren noch knapp 40 andere Leute gekommen. Da K. Katholischer Christ war und außerdem in den 80er Jahren Startbahn-West-Gegner-Aktivist (mehr Infos), waren die Leute eine Interessante Mischung.

Nach einer halben Stunde wurden die Gäste aufgefordert sich doch kurz vorzustellen und zu erzählen, was sie mit K. verbunden hatte.
Es fing eine ältere Dame an, die sich als Krankenhausselsorgerin vorstellte, gefolgt von einer anderen Dame gleichen Alters, die auch schon gleich von den Zeiten mit K. in der "Bürgerinitiative Startbahn West Gegner" zu erzählen begann und wie sie damals mit k. und ein paar anderen Leuten mit Baumstämmen versuchte am Betonzaun Lücken herauszubrechen.

Ich saß also dort in dem Raum, zusammen mit alt-linken, Katholischen Christen, Friedensaktivisten, einem afrikanischen Humanisten (der in seiner Ansprache nicht versäumte zu sagen, daß der Mensch das höchste gut sei und daß alles Denken der Vernunft zu unterwerfen sei), Strtbahn-West Gegnern und einer Althippie-Frau (die Mutter eines meiner Jugendlichen). Geschichte zum anfassen sozusagen.

Besonders interessant waren für mich jedoch die Ausführungen der Startbahn-West Gegner sowie der Friedens (Anti-Pershing II Raketen) Aktivisten über die "gute alte Zeit".

Nach der Vorstellungs/Erinnerungsrunde unterhielt ich mich noch mit einem der Altlinken (Marke: "In der DDR hat es keine politischen Verfolgungen gegeben - alles nur Propaganda), der mir ein paar Fotos von K. in seiner "Aktiven Zeit" zeigte. Besonders eindruck auf mich machte ein Foto, auf dem sich K. mit Freunden gerade daran machte aus dem Betonzaun um das Startbahn-West Gelände ein Stück herauszubrechen. Zwischen den Leuten sah man die Rauchfahne einer Tränengasgranate.
Der Mann sagte mir, daß er mir ein paar Fotos aus der Zeit zukommen lassen würde. Sobald ich die habe werde ich sie euch zugänglich machen. So lange müßt ihr euch mit ein paar Bildern von Indynet.de zufriedengeben.

Der Nachmittag war wie eine Schau durch das Fernglas der Geschichte, ziemlich interessant das Ganze.

AV.

28.10.07 23:10

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